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Erste Kommentare:
„Das ist ein richtiges Grundlagenwerk geworden und vor allem eines, das nicht nur zusammenfasst, sondern auch ganz neue Anregungen gibt.“ (Prof. Dr. Ludwig Striegel, Mainz)
„Aber es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, dass die Arbeit als gründliche, Allgemeines und Fachliches sowie Theorie und Praxis verbindende Aufarbeitung eines Problem- und Praxisfeldes in der Musikpädagogik ihresgleichen sucht.“ (Prof. Dr. Thomas Ott, Köln)
Rezensionen:
„Ein schon lange überfälliges Werk: In der systematischen Untersuchung werden übersichtlich Chancen und Möglichkeiten, aber auch Probleme und Gefahren des fächerübergreifenden Unterrichts dargestellt. Der Unterrichtende erfährt somit eine Bereicherung für seine unterrichtlichen Vorbereitungen. Viele Beispiele und eine geordnete Zusammenfassung bieten ein fundiertes Repertoire für einen aktuellen und auch schülerzentrierten Musikunterricht.“ (Markus Köhler, Vorsitzender des Verbandes Bayerischer Schulmusiker in nmz 2005/12)
„Schülerinnen und Schülern beklagen immer wieder, dass fast jeder Lehrer sein Fach für das Wichtigste hält. Fächerübergreifender Unterricht ist im Schulalltag eher eine Seltenheit. Die Autorin des vorliegenden Buches richtet ihren Blick auf das Fach Musik und die Bedeutung der Zusammenarbeit mit anderen Fächern. Dabei wird deutlich, dass gerade das Fach Musik viele Ansatzpunkte bietet, sich vom fachisolierten zum fächerübergreifenden Unterricht zu entwickeln. Doch die Untersuchung bleibt nicht nur bei den theoretischen Annahmen stehen, sondern beschreibt eine Reihe praktischer Möglichkeiten, wie dieser fächerübergreifende Unterricht Fuß fassen kann. Und vor allem, welche großen Chancen in diesem Ansatz stecken, Schule lebendiger und Lernen attraktiver zu machen.“ (Arthur Thömmes, lehrerbibliothek.de)
Fächerübergreifender Unterricht Theorien und Praxen aus der Sicht des Faches Musik In ihrer Dissertation „Fächerübergreifender Unterricht aus der Sicht des Faches Musik“ befasst sich Beate Christiane Dethlefs-Forsbach mit der Frage, was fächerübergreifender Unterricht mit Musik ist, welchen Stellenwert er in der gegenwärtigen Unterrichtspraxis hat und welchen er haben sollte. Schon in ihrer Arbeitsdefinition (S. 22) betont die Autorin, dass sie fächerübergreifenden Unterricht nicht nur durch das inhaltliche Überschreiten der Fachgrenzen definiert, sondern auch durch geänderte Rollenverteilungen und verstärkte Kommunikationsprozesse zwischen Lehrern und Schülern charakterisiert sieht und damit auch durch die Verwirklichung reformpädagogischer Ideen - Ganzheitlichkeit, Schülerorientierung sowie dem Lernen abseits der frontalen Stoffvermittlung. Diese zentralen Elemente ziehen sich durch alle Teile des Buches: Im ersten Teil, „Grundlagen und Begründungen: Historische, pädagogische und didaktische Aspekte des fächerübergreifenden Unterrichts mit Musik“, erfolgt eine ausführliche Darstellung reformpädagogischer Ideen, ihrer Entwicklung und Umsetzung seit den 1920er-Jahren, an zeitgenössischen Reformschulen sowie im Kontext verschiedener Lehrpläne des Faches Musik. Dabei wird das verstärkte Interesse an fächerübergreifendem Unterricht in den 1990er-Jahren mit veränderten gesellschaftlichen Ansprüchen an Bildung und Schulwesen sowie mit aktuellen Erkenntnissen zu den Problemen eines rein kognitiv ausgerichteten und streng fachbezogenen Lernens begründet. Somit wird in gewisser Weise vorausgesetzt, dass Prinzipien wie Lebensweltbezug, ganzheitliches Lernen und Schülerorientierung automatisch in fächerübergreifendem Unterricht berücksichtigt werden, ohne dass diese Annahme allerdings wirklich reflektiert oder begründet würde. Eine gründliche, zum Teil jedoch stark redundante Systematik des fächerübergreifenden Unterrichts rundet den ersten Teil ab; es erfolgt eine Abgrenzung zum Fach- und zum Projektunterricht, Definitionen verschiedener Möglichkeiten, die Fächergrenzen zu überwinden (z.B. fachübergreifend, fächerverbindend etc.) sowie eine Systematisierung der Ziele, Organisationsformen und Methoden des fächerübergreifenden Unterrichts. Im zweiten Teil, „Bestandsaufnahme: Fächerübergreifender Unterricht mit Musik in der Schulpraxis", gibt die Autorin einen Überblick über die Veröffentlichungen zu fächerübergreifendem Unterricht mit Musik zwischen 1980 und 2001. Sie ordnet die Beispiele nach Fächerkombinationen, Schulstufen, Themen und Absichten - wobei der Ausdruck „Absichten des fächerübergreifenden Unterrichts“ aufgrund seiner personifizierenden Tendenz suggeriert, dieser sei ein monolithisches Gebilde oder werde von einer Personengruppe mit einheitlicher Zielsetzung praktiziert. Gerade die Vielfalt der von ihr aufgeführten Veröffentlichungen beweist aber eher das Gegenteil, zeigt also fächerübergreifenden Unterricht als in unterschiedlichen Kontexten gewachsene Struktur. Generell geht beim Literaturüberblick der Anspruch auf Vollständigkeit auf Kosten der Aussagekraft jenseits bibliografischer Aspekte. Positiv sticht hier allerdings die Diskussion der veränderten Lehrerrolle im fächerübergreifenden Unterricht in Anlehnung an Winkels (1997) Konzept des Antinomielehrers hervor, welche zur Reflexion der eigenen Lehrerrolle anregen kann. Die im dritten Teil, „Perspektiven für die Zukunft: Fächerübergreifender Unterricht mit Musik in der Schule des Lebens und Lernens“, dargestellten Praxisbeispiele entstammen alle der Unterrichtspraxis der Autorin und decken ein breites Spektrum im fächerübergreifenden Unterricht mit Musik ab. Während an ihrem Musicalprojekt tatsächlich auch ein Deutsch- und ein Kunstlehrer mitgearbeitet haben, scheiterten andere Kooperationsversuche der Autorin an schulischen Randbedingungen: Der Unterricht war somit eher fachübergreifend, beschäftigte sich also im Rahmen des Fachunterrichts auch mit Inhalten jenseits der Fachgrenze. Hier zeigt sich, dass der ,normale' schulische Betrieb es selbst einer erfahrenen und engagierten Lehrerin schwer macht, mit anderen Fächern zu kooperieren. Allgemein zeichnet sich das Werk durch eine sehr gründliche Literaturrecherche und eine konsequente Verfolgung reformpädagogischer Ideen aus; seine Lesbarkeit wird zwar insbesondere im ersten Teil durch hohe Redundanzen eingeschränkt, doch ermöglichen Zusammenfassungen an jedem Kapitelende selektives Lesen. Die Zusammenschau der Literatur zum Thema (Teil 2) ist überaus umfangreich, bleibt aber gerade aus diesem Grund oft an der Oberfläche und ist daher in Bezug auf die einzelnen Texte und Themen nicht wirklich informativ. Anschaulich sind die Praxisbeispiele der Autorin im dritten Teil; ihre Schlussfolgerung, fächerübergreifender Unterricht mit Musik könne zum Motor einer inneren Schulreform werden, da der Unterricht in besonderer, ganzheitlicher Form auf den jeweiligen Schulkontext sowie individuelle Fähigkeiten und Interessen zugeschnitten werden kann, überzeugt durchaus. Hervorzuheben ist zuletzt noch die umfangreiche, thematisch geordnete Bibliografie zum Thema. (Anja Rosenbrock in: Musik und Unterricht 86/2007, S. 62)
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